Leitbild
Präambel
In Maria Grünewald mit den
Bereichen Wohnen für Kinder und Jugendliche, Maria-Grünewald-Schule -Schule
mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung-, Wohnen
für Erwachsene, Tagesförderstätte, Kurzzeitmaßnahmen und Ambulante Dienste,
finden Menschen mit Behinderung individuell ausgerichtete Hilfen und Begleitung.
Das Leitbild der Einrichtung
Maria Grünewald ist das Ergebnis eines Prozesses, an dem Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Einrichtung beteiligt waren. Die
hier niedergelegten Leitlinien beziehen sich auf die gegenwärtige Arbeit und
zeigen gleichzeitig Perspektiven der Weiterentwicklung auf. Gerade die Spannung
zwischen dem Bestehenden und dem jeweils Anzustrebenden erfordert
eine regelmäßige Überprüfung des Leitbildes.
Das Leitbild formuliert Aufgaben
und Ziele, Herausforderungen und Perspektiven.
Es beinhaltet grundlegende
Orientierungsmaßstäbe für das Handeln. Gerade in Zeiten der neuen
Herausforderungen brauchen wir die Wertorientierung. Die Klarheit der Werte und
Ziele ist die Voraussetzung zur Zielerreichung.
Das Leitbild beschreibt die
unverzichtbaren und unverwechselbaren Wesensmerkmale und das Selbstverständnis
unserer caritativen Einrichtung. Es orientiert sich an der christlichen
Botschaft und der katholischen Soziallehre.
Für alle hauptberuflichen und
ehren-amtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das Leitbild verbindliche
Grundlage und Orientierung für ihr Handeln. Es ist die Basis, auf der
weiterführende Aussagen und Handlungsvorgaben entwickelt werden.
Auftrag
Maria Grünewald steht als
Einrichtung des Caritasverbandes in der Zielsetzung des kirchlichen Auftrags.
Der kirchliche Auftrag umfasst neben der Verkündigung des Evangeliums und der
Feier der Liturgie den Dienst am Mitmenschen im Leben einer solidarischen
Gemeinschaft. Aus dieser christlichen Ziel- und Wertebindung ergeben sich der
Grundauftrag unserer Einrichtung und seine realen Ausformungen.
Als Aufgabe und Verpflichtung sehen wir den Artikel des Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und verwirklichen ihn in der alltäglichen Arbeit. Wir achten und schützen Würde und Lebensrecht eines jeden Menschen in allen Phasen seines Lebens, auch vor der Geburt.
Wir wirken menschenverachtenden
Strömungen jeglicher Art entgegen und vertreten offensiv die Rechte der
Menschen, welche die Angebote der Einrichtung in Anspruch nehmen.
Selbstverständlich sind für uns
die anerkannte Fachlichkeit, die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften
einschließlich der Richtlinien zum Arbeitsschutz, die Anwendung der
Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des Deutschen Caritasverbandes, die
Orientierung an den Leitbildern des Deutschen Caritasverbandes und des
Caritasverbandes für die Diözese Trier, die Grundordnung der
Maria-Grünewald-Schule, die Orientierung an Grundsätzen der
Wirtschaftlichkeit, sowie die ständige Weiterentwicklung der Einrichtung auf
zeitgemäßem Niveau.
Nutzerorientierung
und Problemlöseverhalten
Durch Fachkompetenz und
Zuverlässigkeit gewinnen und erhalten wir das Vertrauen der Bewohnerinnen und
Bewohner, der Schülerinnen und Schüler sowie der Beschäftigten der
Einrichtung, das der Angehörigen, Betreuerinnen und Betreuer, der Kostenträger
sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind uns bewusst, dass wir
dieses Ziel nur erreichen, indem wir unsere Dienstleistungen an den Wünschen
unserer Nutzerinnen und Nutzer orientieren und ihre Probleme zu ihrer
Zufriedenheit lösen und so ihren Bedürfnissen, Anforderungen und Erwartungen
gerecht werden.
Kompetente Beratung und freundliches Verhalten sind uns dabei ebenso wichtig wie die Aufnahme, Weiterleitung und Lösung von Problemen. Hierzu möchten wir beitragen, indem wir
dafür Sorge tragen, dass kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sollte die Lösung eines Problems nicht im eigenen Aufgabenbereich liegen, stellen wir sicher, dass Fragen und Probleme an zuständige Kolleginnen und Kollegen weitergeleitet werden;
aktuelle, verständliche und qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten, die den an uns gestellten Anforderungen entsprechen;
die Vorgänge transparent gestalten und Entscheidungen nachvollziehbar darstellen, und
eine ständige Steigerung der eigenen Effektivität anstreben. Dies beinhaltet eine Analyse der Stärken, die Suche nach Schwachstellen und deren Abbau und damit verbunden die Entgegennahme und Umsetzung konstruktiver Kritik.
Nutzerinnen
und Nutzer
Wir sind in unserer Einrichtung
offen für Menschen aller Konfessionen und ethnischer Gruppen. Wir nehmen die
Menschen so an, wie sie sind und begleiten sie auf ihrem Lebensweg.
Behinderung ist für uns nicht
Krankheit oder Defizit sondern Bedingung des Lebens. Zum Menschsein gehört
Glück und Leid ebenso wie Gesundheit, Krankheit, Leben und Tod. Wir sehen nicht
schwerpunktmäßig das Anderssein durch die Behinderung, sondern die
Gemeinsamkeit der Menschen und ihre Einmaligkeit.
Im Mittelpunkt unserer
Bemühungen steht der auf Hilfe und Begleitung angewiesene Mensch, den wir in
seiner Ganzheitlichkeit sehen und respektieren. Was wir tun und wie wir es
organisieren, richtet sich danach aus.
Die Befriedigung der
Grundbedürfnisse, wie Wohnen, Schlafen und Essen sowie Sicherheit und
Akzeptanz, ist Voraussetzung für die pädagogische Arbeit.
Lebensqualität,
Lebenszufriedenheit hat für uns einen hohen Stellenwert; wir wollen, dass sich
die Menschen in ihrer Umgebung wohl fühlen. Wir geben ihnen ein Zuhause, einen
Ort der Lebensentfaltung, in einer angenehmen wohnlichen Atmosphäre und
begleiten und unterstützen sie entsprechend ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten
und Fertigkeiten.
Jeder Mensch wird in seiner
individuellen Persönlichkeit respektiert und angenommen. Die ganzheitliche
Begleitung und Förderung ist pädagogischer, psychologisch-therapeutischer,
medizinischer und pflegerischer Auftrag der Einrichtung.
Über die Wohngruppen
hinausgehende Angebote im zweiten Lebensbereich, wie Maria-Grünewald-Schule,
Tagesförderstätte, und die Möglichkeit, externe Angebote wie z. B. die
Werkstatt für behinderte Menschen wahrzunehmen, sind Normalität.
Für die Freizeit bieten wir
verschiedene Angebote innerhalb und außerhalb der Einrichtung an.
Für uns gilt die Anordnung über
den kirchlichen Datenschutz. Personen-bezogene Daten der Menschen, die unsere
Hilfen in Anspruch nehmen, behandeln wir vertraulich.
Die Interessen der Menschen, die
unsere Leistungen in Anspruch nehmen, werden auch vom Heimbeirat, bestehend aus
Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung, wahrgenommen und vertreten.
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter
Wir arbeiten engagiert und haben
eine positive Einstellung gegenüber den Menschen, die unsere Leistungen in
Anspruch nehmen.
Emotionale Zugewandtheit ist
Voraussetzung für den Aufbau einer tragfähigen Beziehung zu den Menschen mit
Behinderung. Der Respekt vor der jeweiligen Person fordert von uns jedoch auch
professionelle Distanz und Reflektionsfähigkeit.
Ein gutes Arbeitsklima ist uns
wichtig, um bestmögliche Leistungen zu erbringen. Hierzu tragen kollegiale
Zusammenarbeit und kooperative Führung ebenso bei wie kontinuierliche
Information und die Pflege sozialer Kontakte.
Wir begegnen uns in
wertschätzender Grundhaltung und akzeptieren uns in unserer persönlichen und
fachlichen Unterschiedlichkeit. Wichtig ist uns die Äußerung von Anerkennung
und Kritik, ein verantwortlicher Umgang mit fehlerhaftem Verhalten und Fairness
in Problemsituationen.
Mobbing, als Form des
Psychoterrors am Arbeitsplatz, wirken wir konsequent entgegen.
Unser Arbeitsstil erlaubt
partnerschaftliches Miteinander ebenso wie kreative Auseinandersetzung. Die mit
Führungsaufgaben betrauten Personen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sind in der täglichen Arbeit Partner. Das heißt, dass die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in Entscheidungsfindungen einbezogen werden. Durch Delegation von
Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung werden Freiräume für die
selbstständige verantwortliche Aufgabenerfüllung ermöglicht. Auftretende
Probleme werden schnell und bestmöglich gelöst. Informationswege werden
rationell gestaltet und Informationen vollständig und schnell weitergegeben.
Die Basis für die Zusammenarbeit
auf allen Ebenen ist eine intensive und vertrauensvolle Kommunikationskultur,
die Raum für offene Diskussionen und konstruktive Kritik bietet.
Kommunikation und Dialog sind
für uns unverzichtbar als Grundlage und Werkzeug unseres Handelns. Wir achten
uns gegenseitig, tauschen offen unsere Meinungen aus und machen unsere
Entscheidungen transparent. Regelmäßiger Austausch und Konferenzen auf allen
Ebenen, sowie Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den ihr
jeweiliges Arbeitsfeld betreffenden Ziel‑ und Entscheidungsfindungen, sind
selbstverständlich.
Wir arbeiten mit Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern anderer religiöser Überzeugung zusammen, die den katholischen
Charakter der Einrichtung mittragen.
Eine Selbstverständlichkeit ist
für uns die Chancengleichheit für Frauen und Männer, eine Vereinbarkeit von
Beruf und Familie und Mitbestimmung in der Mitarbeitervertretung (MAV).
Eltern, Betreuerinnen, Betreuer und Angehörige
Eltern, Betreuerinnen, Betreuer
und Angehörige sind wichtige Partner in unserer Arbeit. Sie tragen
Mitverantwortung für ihre Kinder und Betreuten. Die Zusammenarbeit mit ihnen
ist für uns ein wesentliches Kennzeichen professioneller Arbeit und wirkt sich
positiv auf die Lebensqualität und Entwicklung der Menschen mit
Behinderungen aus.
Der Beirat am Heim -bestehend aus
Eltern und Betreuerinnen und Betreuern- ist für uns ein wichtiges
Forum.
Der Schulbeirat und die Eltern
der Schülerinnen und Schüler nehmen Aufgaben entsprechend der
Grundordnung für die Maria-Grünewald-Schule wahr.
Zusammen mit Eltern,
Angehörigen, Betreuerinnen und Betreuern werden Zielvorstellungen
erarbeitet, realisiert, überprüft und weiterentwickelt.
Weiterentwicklung, Fort- und Weiterbildung
Wir sind uns bewusst, dass die
Rahmenbedingungen für unsere Arbeit einem ständigen Wandel unterworfen sind
und reagieren auf sich verändernde gesellschaftliche, wirtschaftliche und
politische Verhältnisse und Zielsetzungen.
Wir erkennen neue Richtungen und
entwickeln im Austausch von Theorie und Praxis sozialer Arbeit Konzepte, Modelle
und Standards. So bestehen wir im zunehmenden Wettbewerb und bleiben als
Einrichtung attraktiv.
Wir hinterfragen bisher
vertretene Positionen kritisch und entwickeln neue Gedanken und Ideen; denn
nicht zuletzt werden wir daran gemessen, wie gut es uns gelingt, Aufgaben
schnell, unkompliziert und qualitativ hochwertig zu erfüllen oder neue Aufgaben
zu übernehmen und abzudecken.
Wichtigste Voraussetzung für die
Arbeit und zur aktiven Mitgestaltung neuer Wege ist für uns engagiertes und
fachkompetentes Personal und damit verbunden die berufliche Fort- und
Weiterbildung.
Wir bringen die eigene
Persönlichkeit, Können und Flexibilität in die Arbeit mit ein. Fachliche und
persönliche Fort- und Weiterentwicklung sind selbstverständlich. Fort- und
Weiterbildung sowie Supervision sichern eine hohe Professionalität und
Qualität.
Qualität und
Qualitätssicherung
Qualität heißt für uns, eine
an den Menschen, die unsere Leistungen in Anspruch nehmen, ausgerichtete
fachliche bedarfsorientierte Hilfe und Begleitung zu geben.
Die Entwicklung von
Qualitätsindikatoren und das Festschreiben von Qualitätsstandards für
einzelne Aufgabenbereiche sind uns sehr wichtig.
Einhalten von Qualitätsstandards
gewährleisten wir u. a. durch Erstellen von Hilfeplänen, die kontinuierlich
überprüft werden.
Für die ständige Verbesserung
unserer Dienstleistung sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit
verantwortlich.
Zur langfristigen Sicherung
unserer fachlichen Standards kooperieren wir mit anderen Trägern und beteiligen
uns am sozialpolitischen Diskurs der Fachverbände.
Verantwortung und wirtschaftliches Handeln
Ein planvolles, wirtschaftliches
und umweltgerechtes Handeln, entsprechend den neuesten wissenschaftlichen
Ansprüchen, sind für uns Selbstverständlichkeit. Neben Kompetenz und
Aufgeschlossenheit gegenüber den Nutzerinnen und Nutzern sind Verantwortungs-
und Handlungsbewusstsein sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den zur
Verfügung stehenden Ressourcen gefragt. Wir betrachten die Übernahme von
Verantwortung als motivierend. Am eigenen Arbeitsplatz tragen wir dafür Sorge,
dass die vorhandenen Ressourcen wirtschaftlich eingesetzt werden.
Download ( Leitbild als Word-Datei )