Konzeption


 

Einführung 

 

Träger

 

Maria Grünewald ist eine Einrichtung der Behindertenhilfe in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Diözese Trier e. V.

 

Geschichte

 

Maria Grünewald wird als Bildungs- und Pflegeheim 1972 mit dem Wohnheim für Kinder und Jugendliche und der Schule für Geistigbehinderte, später Maria-Grünewald-Schule, gegründet.

Die sich ändernden Anforderungen an die Behindertenhilfe führen Mitte der achtziger Jahre zu einer Erweiterung der Aufgabenstellung. Zu den bestehenden Abteilungen werden ein Wohnheim für Erwachsene und eine Tagesförderstätte geschaffen.

 

In den neunziger Jahren erfolgt die Umbenennung in Maria Grünewald, Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Es entwickeln sich differenzierte Wohnangebote wie offene und geschlossene Wohngruppen, Trainingswohngruppe und Wohngemeinschaft. Für Menschen mit einem geringeren Hilfebedarf wird 2002 die erste Außenwohngruppe in der Stadt Wittlich angeboten.

Die Maria-Grünewald-Schule öffnet sich 1995 auch für Schülerinnen und Schüler aus der näheren Umgebung und wird 2002 zu einer Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung.

Kurzzeitmaßnahmen und Plätze in der Tagesförderstätte für Menschen, die bei ihren Angehörigen wohnen, sowie Beratung und Freizeitmöglichkeiten sind weitere Angebote der Einrichtung.

Ziel

Basierend auf dem Leitbild der Einrichtung, das sich an der christlichen Botschaft und der katholischen Soziallehre orientiert, ist es Ziel aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Menschen die notwendige Erziehung, Bildung, Begleitung, Beschäftigung, Pflege und Beratung anzubieten und Teilhabe zu ermöglichen. Der Auftrag christlicher Nächstenliebe wird im Glauben an Gott durch den Dienst am Mitmenschen verwirklicht. Unabhängig davon, ob sie Hilfe benötigen oder geben erfahren dabei die Menschen, dass ihr Leben wertvoll und sinnvoll ist und der Gott der Liebe sie begleitet. Sie werden als Ebenbild Gottes, als Person, auf gleicher Ebene in ihrer Einzigartigkeit und Verschiedenheit geachtet und angenommen, wie sie sind.

Grundgesetz

Art. 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar" und Art. 3 Abs. 3 des Grundgesetzes „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" sind uns Auftrag und zentrales Anliegen für Inklusion, Normalisierung, Selbstbestimmung, Teilhabe und Gemeindenähe.

Zielgruppe

Einzugsbereich

Das Angebot von Maria Grünewald richtet sich vorrangig an Menschen, die in der Region, das heißt, der Stadt Wittlich und dem Landkreis Bernkastel–Wittlich, beheimatet sind. Werden Leistungen der Einrichtung von Menschen gewünscht, die außerhalb der Region oder des Landes ihren Wohnsitz haben, so ist die Leistungserbringung durch Maria Grünewald auch in solchen Fällen grundsätzlich möglich.

Zielgruppe

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung, die Hilfebedarf in verschiedenen Lebens- und Verhaltensbereichen haben, z. B. in Bezug auf

stehen unsere stationären, teilstationären und ambulanten Angebote zur Verfügung.

Auch Eltern, Angehörigen, Betreuerinnen und Betreuern sowie anderen Bezugspersonen bieten wir Unterstützung und Beratung an.

Kostenträger

Kostenträger sind die jeweiligen örtlichen und überörtlichen Träger der Sozialhilfe (in Rheinland-Pfalz: Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Mainz). Die Antragstellung erfolgt durch den betroffenen Menschen, seine Angehörigen oder die gesetzliche Betreuerin, den gesetzlichen Betreuer beim örtlichen Sozialhilfeträger (Kreis- oder Stadtverwaltung).

Gesetzliche Grundlagen

Neben dem Grundgesetz sind die gesetzlichen Grundlagen im Wesentlichen:

 

Zielsetzung

Grundsätze

Unsere Dienstleistungen mit dem Ziel individueller Lebenszufriedenheit der Betroffenen basieren auf den Grundsätzen

Normalisierung

Im Sinne eines Gleichheitsprinzips soll jeder Mensch ein möglichst normales Leben führen können, vor allem bezüglich Wohnen, Glaube und Religion, Arbeit, Schule, Freizeit, Lebensstandard und Sexualität. Umgesetzt auf unsere Dienstleistungen heißt dies, die gesellschaftlich üblichen Lebensbereiche anzubieten und größtmögliche Mitverantwortung für die eigene Lebensgestaltung, einen normalen Jahresrhythmus mit Feiertagen, Ferien, Geburtstagen usw. und einen Lebensstandard mit Anspruch auf Eigentum, Taschengeld u. a. zu ermöglichen.

Selbstbestimmung

Selbstbestimmung heißt, dass jeder Mensch als unabdingbare Voraussetzung für menschliches Wohlbefinden nach Freiheit und eigenverantwortlichem Handeln strebt. Umgesetzt auf unsere Dienstleistungen heißt das, dass jede Nutzerin, jeder Nutzer unterstützt wird, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen, Wahlmöglichkeiten zu haben, Entscheidungen zu treffen und eigene Interessen wahrzunehmen.

Selbstverwirklichung in sozialer Integration

Selbstverwirklichung in sozialer Integration ermöglicht die Persönlichkeitsentfaltung des Individuums in verantworteter Gemeinschaft mit Anderen. Das bedeutet, Hilfen zu sozialer Eingliederung in angemessene Lebensbezüge zu geben. Dazu gehören u. a. die Förderung der Selbstständigkeit, die Entwicklung eigener Vorstellungen und Kommunikationsformen und das Ablösen aus nicht notwendigen Abhängigkeiten von Bezugspersonen.

Teilhabe

Teilhabe verwirklichen heißt, den Menschen Kontakt und Kommunikation in Gesellschaft und Gemeinschaft sowie im religiösen Leben zu ermöglichen. Umgesetzt für unsere Dienstleistungen bedeutet Teilhabe: Dabeisein, Mitmachen, Mitgestalten und Mitbestimmen am Leben in Maria Grünewald und in der Orts- und Kirchengemeinde.

Gemeindenähe

Maria Grünewald als Teil der Stadt Wittlich gestaltet die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Infrastruktur mit. Wir regen an und bieten Gelegenheit, dass die politische Gemeinde und die Kirchengemeinde soziale Verantwortung übernehmen und eröffnen Chancen für ein Zusammenleben. Umgesetzt für uns heißt dies, dass Begegnungen mit dem und Beziehungen zum Umfeld selbstverständlich sind und dass umgekehrt die Angebote der Einrichtung in Anspruch genommen werden können.

Umsetzung

Individualisierung der Hilfen

Im Rahmen einer individuellen Hilfeplanung berücksichtigen wir die Ressourcen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und tragen dazu bei, dass sie ihre Potentiale optimal entfalten können. In regelmäßigen interdisziplinären Hilfeplankonferenzen werden Standortbestimmungen vorgenommen, Entwicklungen überprüft, Ziele gesetzt, Handlungsstrategien erarbeitet und koordiniert. Eine periodische Reflexion stellt dies sicher.

Zusammenleben

Neben der individuellen Förderung und Hilfe nimmt das Zusammenleben in Gruppe und Klasse einen hohen Stellenwert ein, um auf dieser Ebene die Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen. Der Einbezug und die Mitsprache aller im täglichen Zusammensein ist ein wichtiger Eckpfeiler der Arbeit. Orientiert am Entwicklungsstand und der Verantwortbarkeit ist Platz für eigene Entscheidungen und selbstständiges Handeln. Auch die Entwicklung des persönlichen Glaubens wird gefördert und die Freiheit der religiösen Entscheidung geachtet.

Persönliche Begleitung

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat eine persönliche Begleitung. Diese gewährleistet die ganzheitliche Hilfe und ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit anderen Lebensbereichen. Für die Wohnbereiche ist hierfür ein Bezugsmitarbeitersystem eingerichtet. Für andere Nutzerinnen und Nutzer wird Verantwortung individuell geregelt. Für die Umsetzung bzw. Realisierung von Hilfeplanungen trägt die Bezugsmitarbeiterin, der Bezugsmitarbeiter eine hohe Verantwortung. Leistungen werden aus den unterschiedlichen Diensten der Einrichtung oder gegebenenfalls von externen Anbietern abgerufen. Zu den speziellen Aufgaben zählen die Zusammenarbeit mit Angehörigen, Schule, Tagesförderstätte und Arbeitsplatz sowie die Dokumentation und die Überprüfung der Ergebnisse.

Eltern- und Angehörigenarbeit

Die Familie ist die Wurzel eines jeden Menschen und die Grundlage seiner Identität. Wir arbeiten unterstützend und sehen es als unsere Aufgabe, die Familien in ihrer besonderen Situation und ihrer Entwicklung zu begleiten und den Bewohnerinnen und Bewohnern bei den Kontakten zu ihrer Familie behilflich zu sein.

Eltern, Sorgeberechtigte, Betreuerinnen und Betreuer tragen Mitverantwortung und sind wichtige Partner in unserer Arbeit. Sie werden in alle wichtigen Entscheidungen betreffend ihrer Kinder und der zu Betreuenden mit einbezogen. Über Ereignisse der jeweiligen Gruppe, Schulklasse und die Entwicklung der Einrichtung werden sie informiert.

Mitwirkungsgremien sind Beirat am Heim und Schulelternbeirat.

Wohnen für Kinder und Jugendliche

Schwerpunkte der Arbeit im Wohnen für Kinder und Jugendliche sind die individuelle Förderung sowie die Entwicklung der Persönlichkeit. Neben dem Erleben emotionaler Geborgenheit und dem Erlernen lebenspraktischer und sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie dem Erfahren körperlicher Entwicklung ist die Begleitung bei persönlichen Problemen und in Krisensituationen ein täglicher Anspruch. Vertraute Räume und ein wiederkehrender Tagesrhythmus geben Sicherheit und Orientierung.

Förderschule

Jede Schülerin, jeder Schüler, auch der mit umfänglichem Förderbedarf, hat ein Recht auf Beschulung. Schwerpunkt der Schule ist Selbstverwirklichung in sozialer Integration. Jeder ist Akteur seiner eigenen Entwicklung. Die eigentlichen Kräfte für die Entwicklung liegen im jeweiligen Menschen selbst. Erziehung und Bildung einerseits und die Vermittlung von Wissen andererseits sind gleichwertig, sie ergänzen sich. Aufgrund ihrer Biographie benötigen alle Schülerinnen und Schüler eine umfassende und spezielle Förderung. Die Schule orientiert sich an den Möglichkeiten und Bedürfnissen, sie formuliert keine vorgefertigten, an Durchschnittswerten orientierten Bildungsziele. Jeder wird als Individuum gesehen, das seinen eigenen Bildungsweg gehen wird.

Wohnen für Erwachsene

Begleitung und Assistenz in allen Lebenssituationen ist eine wichtige Aufgabe im Wohnen für Erwachsene. Wir unterstützen Frauen und Männer in ihrer persönlichen Lebensplanung auf dem Hintergrund ihrer aktuellen Situation und ihrer individuellen Entwicklungsmöglichkeiten, damit sie ein Leben in Würde und größtmöglicher Eigenständigkeit führen können.

Die Gestaltung sozialer Bezüge, die freundliche Atmosphäre der Wohnräume sowie tagesstrukturierende Angebote tragen zu Geborgenheit und Sicherheit bei.

Kontakte nach außen und zu anderen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Wunsch nach Beziehung und Partnerschaft werden unterstützt.

Insbesondere aus dem christlichen Selbstverständnis heraus begleiten wir die Bewohnerinnen und Bewohner auf ihrem Lebensweg und helfen ihnen, ihr Leben auch mit Beeinträchtigungen, Krankheit, Alter und Tod als sinnvoll zu erfahren. Sterben verstehen wir dabei als Teil des Lebens.

Tagesförderstätte

Die Sicherstellung eines zweiten Lebensbereiches neben Familie und den Wohngruppen ist für uns ein wichtiger Aspekt der Normalität. Durch Einzelförderung und Arbeit in Kleingruppen bieten wir den Beschäftigten der Tagesförderstätte eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine ihnen entsprechende Tätigkeit und Arbeit auszuüben und ihnen neue Erlebniswelten zu eröffnen. Fähigkeiten werden erkannt, erhalten und erweitert. Die Ermöglichung selbstbestimmten Handelns trägt wesentlich zur Persönlichkeitsbildung bei, da durch das Treffen von eigenen Entscheidungen individuelle Bedürfnisse und Vorlieben bewusst werden.

Kurzzeitmaßnahmen

Zur Entlastung und Unterstützung der Familien werden Kurzzeitmaßnahmen angeboten. Zum einen wird der Familie eine zeitweise Trennung ermöglicht, zum anderen werden die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen versorgt, begleitet und gefördert.

Im Rahmen der Kurzzeitmaßnahmen finden z. B. bei Aufnahme- und Entlassungsgesprächen Beratungen statt.

Pastoraler Dienst

Der Pastorale Dienst eröffnet aus dem christlichen Glauben Hilfen zur Bewältigung des Lebens durch Einzel- und Teamgespräche, Fortbildungen und die Begleitung im Laufe des Kirchenjahres und zu den Lebenswenden, besonders auch in Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.

Der pastorale Dienst unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern und Angehörigen sowie die Betreuerinnen und Betreuer in der religiösen Erziehung und Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner. Dies geschieht im Gruppenalltag, in den verschiedenen Religiösen Arbeitskreisen, beim Feiern der Feste des Kirchenjahres, in den Gottesdiensten am Sonntag und zu anderen Anlässen sowie bei der Vorbereitung und Spendung der Sakramente.

Psychologischer Dienst

Der Psychologische Dienst ist ein Fachdienst der Einrichtung. Die Diplompsychologen stehen für Diagnostik, Hilfeplanung, Beratung und Therapie sowie als Gesprächsmoderatoren und Supervisoren zur Verfügung. Sie werden bei Fallbesprechungen, speziellen psychologischen und pädagogischen Fragen, Eltern- und Angehörigenarbeit sowie Teamprozessen und Krisenintervention hinzugezogen. Regelmäßige Kontakte unterstützen die gezielte Förderung und Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachbezogene Fortbildung. Ein wichtiges Arbeitsfeld ist die Psychohygiene (Prävention von Burnout, Mobbing usw.).

Ambulanter Dienst

Maria Grünewald versteht sich als ein Kompetenzzentrum für die Region und bietet für Betroffene Beratung, Freizeit- und Fortbildungsmaßnahmen auch außerhalb der Einrichtung an. Das interdisziplinäre Fachpersonal ist für ein solches Angebot von großem Nutzen.

Medizinisch-Pflegerischer Dienst

Der Medizinisch-Pflegerische Dienst unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gesundheitsvor- und Gesundheitsfürsorge der Bewohnerinnen und Bewohner und leistet Soforthilfe vor Ort.

Hauswirtschaft

Essensversorgung und hauswirtschaftliche Dienste werden durch den hauswirtschaftlichen Bereich der Einrichtung angeboten. Im Sinne von Normalisierung und Selbstbestimmung sind individuelle Lösungen möglich und werden orientiert am Wohl der Betroffenen angeboten.

Technischer Dienst

Der Technische Dienst gewährleistet die Funktionstüchtigkeit aller haus- und betriebstechnischen Anlagen, Einrichtungen, Geräte sowie der Instandhaltung und Pflege der Gebäude, Räume und Außenanlagen und trägt so zu einem störungsfreien Betriebsablauf bei.

Er orientiert sich dabei an den Bedarfen der Betroffenen.

Ehrenamt

Ehrenamtlicher Dienst ist ein Element für soziale Integration, Teilhabe und Gemeindenähe. Als ergänzendes Angebot für Bewohnerinnen und Bewohner werden in Maria Grünewald Menschen ehrenamtlich tätig. Sie werden unterstützt und begleitet. Wir schaffen Bedingungen, die den Bedarfen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie den Fähigkeiten und Interessen der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechen. Dazu ist eine feste Anlaufstelle in Maria Grünewald eingerichtet; diese wird ergänzt durch eine intensive Zusammenarbeit mit kirchlichen Institutionen sowie kommunalen Behörden und Diensten.

Beschreibung der Einrichtung

Überblick

Maria Grünewald liegt inmitten einer weitläufigen Waldlandschaft, nahe der Kreisstadt Wittlich. Die Einrichtung gliedert sich in

Wohnen für Kinder und Jugendliche

Die Kinder und Jugendlichen leben zurzeit in sieben Wohngruppen mit sieben bis acht Bewohnerinnen und Bewohnern. Die freundlich eingerichteten Wohnungen sind ausgestattet mit Einzel- und Doppelzimmern, Wohnzimmer, Essraum, Küche, Nasszellen und Bad. Diese werden individuell mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gestaltet.

Förderschule

Die Förderschule ist eine staatlich anerkannte Privatschule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung. In zurzeit neun Klassen werden 62 Schülerinnen und Schüler, 46 aus dem Wohnheim, 16 aus der  Region Wittlich, beschult. Das Raumprogramm umfasst neben den Klassenräumen, Kurs-, Pflege-, Ess- und Therapieräumen – Snoezeln, Krankengymnastik, Ergotherapie – eine Turnhalle, ein Bewegungsbad und einen Werkraum.

Wohnen für Erwachsene

Die Erwachsenen leben zurzeit in neun Wohngruppen mit jeweils neun Bewohnerinnen und Bewohnern. Eine Trainingswohngruppe, eine Wohngemeinschaft und eine Außenwohngruppe in der Stadt Wittlich ergänzen das differenzierte Wohnangebot.

Zu den hellen und individuell eingerichteten Wohnungen gehören Einzel- und Doppelzimmer, Wohnzimmer, Essraum und Küche. Die sanitären Bereiche sind mit Lifter, Hub- und zum Teil Hydrobadewanne, Behindertentoilette und überfahrbaren Duschen bedarfsgerecht ausgestattet.

Tagesförderstätte

In der Tagesförderstätte werden Bewohnerinnen und Bewohner von Maria Grünewald sowie außerhalb der Einrichtung lebende Erwachsene beschäftigt, die nicht, noch nicht oder nicht mehr in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten können.

In acht Gruppen werden sechs bis sieben Menschen ganz- oder halbtags bzw. stundenweise beschäftigt. Neben den Gruppenräumen und vier Räumen zur Einzelbeschäftigung gibt es Snoezelraum und Snoezelbad, zwei Werkräume und eine Lehrküche, eine Gymnastikhalle und ein Foyer für gemeinsame Aktivitäten und Feiern

Kurzzeitmaßnahmen

Während der Schulferien werden in speziell ein-gerichteten Gruppen Kurzzeitmaßnahmen unter-schiedlicher Dauer, für ca. 40 Kinder, Jugendliche und zum Teil Erwachsene, angeboten. Darüber hinaus besteht

ganzjährig die Möglichkeit von kurzzeitigen Aufenthalten in den Wohngruppen.

Ambulanter Dienst

Der Ambulante Dienst der Einrichtung vernetzt die Angebote der Einrichtung mit bestehenden Angeboten der Region und steht Betroffenen zur Verfügung.

Fachdienste

Psychologischer Dienst, Pastoraler Dienst, Medizinisch-Pflegerischer Dienst, Hauswirtschaft, Technischer Dienst und Verwaltung sind Fachdienste der Einrichtung.

Freizeitmöglichkeiten

Auf dem weitläufigen und barrierefreien Außengelände bieten sich zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten.

Freizeitangebote, auch für Menschen aus der Region, wie Disco, Schwimmen und Wassergymnastik, Wandern und Reiten, Ballspiele, Mary Greenwood Band, Airtramp, Singkreis und Gesprächskreise werden in Bewegungs-Bad, Aula und Turnhallen, auf Bolzplatz, Spielplätzen und Spielstraße sowie in weiteren geeigneten Räumlichkeiten angeboten.

Lage

Die Lage ermöglicht es den hier lebenden Menschen zu Fuß, mit hauseigenen Fahrzeugen und dem öffentlichen Personennahverkehr an den kulturellen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten der Stadt Wittlich teilzunehmen. Mosel, Eifel, die Stadt Trier und das nahegelegene Luxemburg bieten attraktive Ausflugsziele.

Personal

Leitung

Die Leitung der Einrichtung erfolgt durch ein Kollegium von zwei Personen. Die unterschiedlichen Ausbildungen im pädagogischen oder psychologischen sowie im betriebswirtschaftlichen Bereich befähigen die Einrichtungsleitung zu einer pädagogisch und ökonomisch leistungsstarken Betriebsführung. Sie trägt dafür Sorge, dass sich die Einrichtung konzeptionell weiterentwickelt und dass notwendige Rahmenbedingungen des Zusammenlebens und Arbeitens vorhanden sind.

Die Leitungsaufgaben der unterschiedlichen Fachbereiche sind in Stellenbeschreibungen fixiert. Die Leitungen der pädagogischen Bereiche haben eine pädagogische oder psychologische Ausbildung. Die Leitung der Maria-Grünewald-Schule ist in deren Grundordnung festgelegt.

Führungsgrundsätze

Wir praktizieren einen Führungsstil, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein hohes Maß an Mitwirkungsmöglichkeiten und eigenverantwortlichen Entscheidungsspiel- räumen einräumt.

In der Dezentralisierung von Verantwortung sehen wir einen wichtigen Beitrag für die Qualität der Arbeit und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Multiprofessionelle Teams

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Qualifikationen aus pädagogischen, theologischen, psychologischen, therapeutischen und medizinisch-pflegerischen, hauswirtschaftlichen und technischen Bereichen sowie Verwaltung arbeiten in der Einrichtung zusammen. Aufgaben und Kompetenzen sind in Stellenbeschreibungen festgelegt.

Die Teams in den Bereichen Wohnen, Schule, Tagesförderstätte sowie den teilstationären und ambulanten Diensten setzen sich multiprofessionell zusammen.

Personalentwicklung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine der wichtigsten Ressourcen; der Erfolg der Einrichtung hängt wesentlich von deren Bereitschaft ab, sich für die Einrichtung einzusetzen. An sie werden hohe Anforderungen bezüglich fachlicher, persönlicher und sozialer Kompetenz gestellt. Die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, aber auch ihre Motivation, ihre Einstellung und ihre Bindung an die Einrichtung ist Bestandteil der Personalentwicklung. Um die Professionalität weiterzuentwickeln und veränderten Anforderungen gerecht werden zu können, legen wir Wert auf Fort- und Weiterbildung, Supervision und die Teilnahme an Fachdiskussionen.

Ausbildungsstätte

Maria Grünewald ist Ausbildungsbetrieb für verschiedene sozialpädagogische Berufe.

Neben der Begleitung und Anleitung von Praktikantinnen und Praktikanten, Zivildienstleistenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Freiwilligen Sozialen Jahr, liegt ein besonderer Schwerpunkt in der Ausbildung von Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspflegern. Die Ausbildung erfolgt nach dem Rahmenplan zur Durchführung der fachpraktischen Ausbildung in der Praxisstelle.

Die Schule ist Ausbildungsstätte für Sonderschullehramtsanwärterinnen und –anwärter.

Mitarbeitervertretung

Auf der Grundlage der Mitarbeitervertretungsordnung (MAVO) erfolgt die Interessenvertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dienstgeber und Mitarbeitervertretung verpflichten sich in besonderer Weise vertrauensvoll zusammenzuarbeiten und sich bei der Erfüllung der Aufgaben gegenseitig zu unterstützen.

Zusammenarbeit

Konferenzwesen

Für eine erfolgreiche und nutzerorientierte Arbeit ist die bereichsinterne und –übergreifende Zusammenarbeit sowie die Kooperation mit anderen Institutionen außerhalb von Maria Grünewald unerlässlich.

Ein differenziertes Konferenzwesen ermöglicht und erleichtert den notwendigen Informationsfluss. Zielvereinbarungen und Entscheidungen werden getroffen, verbindlich gemacht, dokumentiert, Aufgaben übertragen und deren Umsetzung kontrolliert. Individuelle Förderkonzepte und Hilfepläne werden entwickelt, überprüft und fortgeschrieben. Die Fachdienste werden mit einbezogen.

Öffentlichkeit

Durch Kooperation mit Institutionen und Behörden sowie Einzelpersonen ist Maria Grünewald Teil politischer, kirchlicher, kultureller und sozialer Strukturen.

Transparenz und Öffnung der Einrichtung, gezielte Aktivitäten zur Integration und vor allem ein verantwortungsbewusstes und engagiertes Miteinander mit Betroffenen führen zu Akzeptanz und Unterstützung in der Öffentlichkeit.

Maria Grünewald leistet durch die Teilnahme am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben einen wichtigen Beitrag zu Integration und Inklusion.

Qualitätsmanagement

Qualität

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unserer Arbeit ist ein Qualitätsmanagement installiert. Dieses umfasst die Einsetzung eines Qualitätsbeauftragten, Maßnahmen der Qualitätsplanung, -prüfung und -verbesserung (Qualitätszirkel). Abläufe in der Einrichtung werden nachvollziehbar und transparent geregelt (Qualitätshandbuch). Es werden alle Strukturen, Vorschriften, Regeln, Anweisungen und Maßnahmen überprüft, um die Qualität der Dienstleistungen unserer Einrichtung in allen Funktionen und Ebenen durch die Mitwirkung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu verbessern.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die Orientierung an der christlichen Botschaft.

Zufriedenheit

Die individuelle Lebenszufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer ist das wichtigste Qualitätskriterium. Die Zufriedenheit der Angehörigen, Betreuerinnen und Betreuer und der Leistungsträger mit dem Leistungsangebot der Einrichtung sind weitere Qualitätskriterien.

Die Zufriedenheit wird regelmäßig mittels teilnehmender Beobachtung und Befragungen erfasst.

Perspektiven und Weiterentwicklung

Selbstbestimmt Leben - Hilfe nach Maß

Ziel der Weiterentwicklung in der Behindertenhilfe ist es, ausgehend vom persönlichen Förder- und Hilfebedarf, mehr Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung in sozialer Integration, Teilhabe und Leben in der Gemeinde in die Praxis umzusetzen.

Diese Weiterentwicklung wird in der Praxis durch Träger, die Leitungsebene, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Betroffenen gemeinsam gestaltet.

Dies erfordert eine ständige Anpassung der Angebots- und Personalstruktur u. a. mit dem Ziel größerer Autonomie und Dezentralisierung.

Hinsichtlich der Angebote ist ein besonderer Schwerpunkt der Ausbau des ambulanten Bereichs.

Persönliche Begleitung

In Bezug auf die Personalstruktur werden Systeme der persönlichen Begleitung ausgebaut und weiterentwickelt.

Angebotserweiterung

Orientiert an den Bedarfen der Nutzerinnen und Nutzer werden Angebote erweitert und aufgebaut:

Öffnung

Maria Grünewald versteht sich als Teil von Wittlich, in dem für alle Bürgerinnen und Bürger Fachvorträge, öffentliche Veranstaltungen wie Theater, Konzerte, Gottesdienste angeboten werden und die Anmietung von Räumen möglich ist. Ein interessanter Spielplatz, ein Streichelzoo sowie ein professionell gestalteter Sinnesgarten, ein Wanderparkplatz und eine Cafeteria machen aus Maria Grünewald ein attraktives Ausflugsziel. Gerade in diesem Bereich ist die Einbeziehung von Ehrenamtlichen möglich.

Leben ohne Barrieren 

Ein durchgehender Leitsatz bei der Weiterentwicklung der Einrichtung ist ein Leben „ohne Barrieren" – auch in den Köpfen der Menschen.

Januar 2005

 


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